Sonntag, 08 Dezember 2019
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UG Malacocarpus

UG Malacocarpus

Typus:

Notocactus erinaceus

Literatur:

(Salm-Dyck) Buxbaum in Krainz 1967
Neduchal, J.: Notocactus - Bilanz 1998: Neu-Isenburg 1999 S. 34 - 36

Beschreibung:

Körperbau: Gedrückt kugelig oder im Alter nur wenig verlängert, groß werdend (manche Arten bis zu 40 cm hoch und 25 cm im Ø). Pflanzen hartfleischiger als bei verwandten Untergattungen , mit ausgeprägtem Rippenbau und Bedornung. Epidermis meistens grau-grün bis dunkel-grün, Pflanzen im Alter an der Basis verkorkend. In der Scheitelgrube sehr reiche Wollbehaarung . Scheitel neigt sich nie zur Hauptlichtseite. Wenige Arten sprossen auf der Basis an alten Areolen.
Rippen: Sehr ausgeprägt, im Verhältnis zur Größe der Pflanze hoch, über den Areolen stark verdick t , meist stärker gehöckert oder kinnartig vorspringend, nie aber in kleine Warzen aufgelöst (wie bei der UG Brasilicactus bzw. Notobrasilia) Areolen auf der Unterseite der Höcker . Rippenzahl 12-20, meist senkrecht abfallend, selten schwach gedreht.

N. erinaceusAreolen: klein, rundlich, an der Unterseite der Höcker. Sehr charakteristisch ist der 1-2 cm lange Areolenfilz den die Scheitelareolen entwickeln und der eine mehr oder weniger weiße Kappe auf dem Scheitel bildet, manchmal - hauptsächlich in der Kultur - cephaliumähnlich . Mit dem Alterungsprozess werden die Areolen kahl; der Areolenfilz ist bei stockendem Wuchs der Pflanzen nicht so ausgeprägt; Entfernung der Areolen im oberen Pflanzendrittel bis 2 cm.
Dornen: nadelförmig bis pfriemlich, 4-12 (selten mehr) in der Zahl; Mitteldorn 1, meistens pfriemlich, öfters fehlend. Dornen glasig gelb, hell-hornfarbig oder bräunlich, später vergrauend, oft mit dunkler Spitze, Mitteldorn auch geringelt. Bedornung im juvenilem Stadium der Pflanzen weicht stark (in Form, Größe und Farbe) von der Bedornung älterer Pflanzen ab.

Blüten: aus dem Scheitel selbst, dicht gedrängt in großer Zahl, durch den Areolenfilz geschützt und in ihm versenkt; ziemlich einheitlich bei allen Arten der UG, variierend durch Standort-/ Pflegebedingungen; Größe 2-3 cm, seltener bis 5 cm Ø und Länge; schlank mit dünner Wandung, meistens überragen nur die Kronblätter die Areolenwolle; außen ebenfalls mit sehr langem, weißem weißlich-gelben bis bräunlichem Filz bedeckt, trichterförmig, über den Pericapell etwas glockig erweitert, die Schuppen des verborgenen Pericapells sind stark reduziert; an der Röhre wenige Grannendornen; der Innenbau ist den verwandten UG ähnlich; Fruchtknoten N. sellowii (Pontana Grande)borstenlos aber lang befilzt , sehr kurz; Röhre über der Nektarkammer trichterig, außen blass mit kleinen meist grünen wenigen Schuppen, oben mit einigen wenigen Haarborsten, innen nach unten immer rot, zu den Enden gelb, sehr kurz. Staubfäden haben die farbe des jeweiligen Blütenteils, Insertion bis oder fast bis zum Blütensaum, im breiten Kreis die enge Nektarrinne umschließend. Nektarkammer immer rot . Kronblätter in großer Zahl, dicht, quasi mehrere Reihen bildend, von zitronengelber bis goldgelber Farbe, seltener weißgelb, matt glänzend. Griffel gelb mit orangenroten, roten oder ziegel-roten Narben; Narbenlappen um 8, nicht immer voll ausgebreitet. Blütezeit vom Frühsommer bis in den Herbst hinein. Blüten öffnen sich am Vormittag und halten sich mehrere Tage offen. Staubblätter meistens reizbar. Befruchtungsverhältnisse bei den großen Wiesenbewohnern selbstfertil, bei den kleineren und auf kargen Felsbereichen wachsenden Pflanzen dann meistens selbststeril.

Früchte: schlauchartig, selten nur verlängert tonnenförmig, sehr weich bei der Reife und dünnwandig, reif erst nach mehreren Monaten (meistens im Frühjahr nach dem Jahr der Blüte), nicht aufplatzend. Früchte bleiben fast (mind. die Hälfte) in der Scheitelwolle; bei der Reife sind die Samenstränge aufgequollen, bleiben also auch nach der basalen Streckung weichfleischig, weißlich-grün, meistens rosa oder rötlich in der Farbe, mit holzartigem Deckel abgeschlossen. Sie Verbreitungskarte der UG Malacocarpus Autor N. Gerlofftragen Wollflöckchen, die aber auch fehlen können. Falls die Samen nicht durch Insekten verschleppt werden, vertrocknen die Früchte später in der Scheitelwolle und die Samen werden erst später aus der Scheitelwolle heraus gedrückt. Die Fruchtwand wird bis dahin spröde. Die Früchte haben wesentlich weniger Samen als bei allen verwandten Untergattungen.

Samen: vollständig von einer braunen (bei manchen Arten fast schwarzen) Arillushaut überzogen. Die Abrissnarbe ist dem Ventralende der Hilumregion meist besonders genähert und stärker hervortretend. HMB nur mit wenigem polsterartigem Gewebe, das nur in der Ventralregion sehr deutlich wird und ein Ventralwulst bildet. Samen sind schief-helm-/ glockenförmig, die Keimseite zeigt Spuren von Ringen längs des Saumes. Farbe der Testa überwiegend schwarz, mit anhaftender, den Zellen folgender Cuticula. Testazellen größer, abgeflacht und länglicher als bei verwandten Untergattungen.

Heimat: von Südbrasilien - südliches Rio Grand do Sul, über Uruguay bis nach Mitte von Argentinien. (Der größte Verbreitungsbereich aller verwandten Untergattungen).

Arten, Varietäten & Formen:

Notocactus / Wigginsia sp. n. WRA 36

Literatur:

Wenig bekannte Wigginsien: Wigginsia sp. n. WRA 36, Dr. W. - R. Abraham INTERNOTO 33/2 S. 40 ff

Foto entstammt dem Artikel

Beschreibung:

Körper: bis 12 cm dick und bis 10 cm hoch (in Kultur größer und länger werdend), kräftig grüne Epidermis. Zumeist 18 nicht verdickte, gerade Rippen, gehöckert, Areolen versenkt, stehen unterhalb der Höcker.

Dornen: 6 Randdornen, bis 15 mm lang, 1 Mitteldorn, zumeist etwas länger, bis 20 mm.

Knospen: dunkelbraun, bewollt.

Blüten: hellgelb bis 55 mm im Durchmesser, Sepalen spitz, in der Mitte oft leicht rosa gefärbt. Stempel mit 10 etwa 3 mm langen roten Narbenlappen überragt die obersten Staubfäden etwa um 5 mm.

Pflanzen scheinen bedingt selbstvertil zu sein, denn die Selbstbestäubung ergibt oft nur wenige und manchmal sogar keine Samen.

Frucht: Schmutzig-weiß, bei Reife auswachsend und dann bis 18 mm lang.

Samen schwarz, durch angetrocknete Arillushaut aber hellbräunlich erscheinend, 0,9 - 1,0 mm breit, 1,0 - 1,2 mm lang, leicht glockenförmig. Hilum-Mikropylar-Saum nicht prominent, Hilum vorstehend. Testazellen länglich, durch Querfurchen stark gegliedert.

Heimat:

Wächst zwischen Felsen in Humustaschen am Rande von Gebüsch. Vorkommen im Departamento Treinta y Tres, Uruguay. Am Standort der einzige Kaktus.

Bemerkung von W. R. Abraham: Die Pflanzen ähneln W. pulvinata van Vliet, sprosst aber niemals. W. pseudopulvinata n. n. könnte es sein, aber da der Fund von Van Vliet nicht mit WRA 36 verglichen werden konnte, sollten die Pflanzen vorerst weiter nur mit der Feldnummer gekennzeichnet werden.

Wigginsia arechavaleta fa. nivosus n. n.

 Erstbeschreibung:

(steht noch aus)

Literatur: Foto N. Gerloff

PR 122 INTERNOTO 5 (2) s. 59 - 61
Garabelli G. & Gerloff N. (2010) Die Untergattung Malalocarpus im Nordosten Uruguays S. 35 - 53

Arbeitsbeschreibung: 

Körper: klein, einzeln, kräftig, rund, grün, 4 bis 5 cm breit, 5 bis 6 cm hoch, sehr stark bewehrt mit harten weißen Dornen, die vom Körper abstehen. Der lange Mitteldorn ist besonders kräftig. Lange Faserwurzeln. Die Pflanze hat 16 - 18 scharfe Rippen, die fast senkrecht nach unten verlaufen und zwischen den Areolen etwas nach oben gezogen sind, Rippen um 7 mm hoch und breit. Die Areolen sind 3 mm hoch und 5 mm breit, mit weißer Wolle, die im Scheitel zu einer Wolldecke zusammenschließt.
Randdornen: 17 - 19, strahlend, stechend, die Hälfte davon recht klein und hart, 5 - 8 mm lang, weiß mit rötlich braunen Spitzen. Mitteldorn: 1, dominierend und kräftig, rund, stechend, seitlich vom Körper abstehend, etwas nach unten weisend, 14 - 20 mm lang, weißlich an den Spitzen, am Fuß rotbraun, verdickt, bei alten Pflanzen vergrauend.
Blüte hellgelb, steril.

 

Wigginsia langsdorfii fa. eddiewarasii N. Gerloff 1994

benannt nach Eddie Waras, einem brasilianischem Pflanzensammler und Züchter 

Erstbeschreibung:

Gerloff, Norbert (1994): Notocactus langsdorfii (Lehm.) Krainz fa. eddiewarasii Gerloff f. nova - Minimus (2): S. 6 - 12

Literatur:

Gerloff & Neduchal: Taxonomische Neubearbeitung der Gattung Notocactus; INTERNOTO 25 (2) 2004 S. 100

Beschreibung der Unterschiede:N. Langsdorfii var. eddiwarasii

(Foto: N. Gerloff)

Diese Form unterscheidet sich vom Typus der Art durch weniger Rippen (12-17), den flachen dominant wirkenden, nach unten gerichteten Mitteldorn, der 4 cm lang werden kann. Alte Pflanzen sind oft säulenförmig bis über 20 cm hoch.

Typstandort: Zwischen Santana da Boa Vista und Cangucu.

Bemerkung: Dort zwischen flachen Steinen oder im Gras neben Steinbrocken zu finden. W 34, Gf 247

Wigginsia prestlei sine comb. N. Gerloff 2017

benannt nach dem Kakteensammler Karl-Heinz Prestlé 

Erstbeschreibung:

Gerloff, Norbert (1995): Notocactus neohorstii var. prestlei Gerloff var. nova - INTERNOTO 16 ( 1 ) 3-17.

Beschreibung:

Körper: zumeist einzeln, flach, chromoxidgrün, an der Basis verkorkt, Scheitel: eben mit leichter Grube, ganz mit Wolle gefüllt, Wuchsform: jung gedrückt kugelig, halb so hoch wie breit, dann kugelig bis gestreckt, 5-12 cm dick, bis 23 cm hoch, Faserwurzeln,

Rippen : 19-25, meist 21, scharfe, beilförmige Kanten zwischen den Areolen bildend, 9-13 mm breit, 5-12 mm tief.Foto NGerloff

Areolen:1-2 mm vertieft, rundlich weißwollig, mit 2-3 mm hoher Wolle, 10 mm voneinander entfernt, an der Basis auf 5 mm annähernd, Blühareolen 7 mm breit und 5 mm hoch, weiße Wollkappe bildend, bis 7 cm Ø, aus der einige Dornen hervorragen,

Dornen: dicker, grauer und kräftiger als bei der Art, Mitteldornen 1-3, meist 1, weißlich grau, oben dunkel bespitzt, nicht kräftiger als die Randdornen, 1 cm lang, manchmal 1,8 cm, im Scheitel abstehend, später schräg nach unten zeigend, bei dreien sind die oberen zwei sehr klein ( 4 mm lang ), 3-9 Randdornen, meist 5, ebenso lang und kräftig wie die Mitteldornen, der längste weist nach unten, je 2 oder 3 zu den Seiten, gefärbt wie Mitteldornen, anliegend, die seitlichen bis zur Nachbarrippe reichend.

Blüten: scheitelnah, in mehreren Schüben, im Hochsommer, wenn die Typpflanzen fast verblüht sind, 22-25 mm lang, 22-32 mm breit, 2-4 Tage offen, intensiv bis aufgehellt schwefelgelb, Fruchtknoten: weißlich, 2,5 mm breit und nur 3 mm hoch, in weiße Wolle gehüllt, ohne Borsten, Staubblätter : oben hellgelb unten rot, bis 6 mm lang, inseriert bis unter den Rand der Röhre, den Fuß der Narbe erreichend, Röhre: 10-12 mm lang, 12-14 mm breit, breit trichterförmig, innen die untere Hälfte rot, oben gelb, außen hellgelb, bekleidet mit kleinen grünlichen, spitzen und sehr schmalen Schuppen, aus deren Achseln weiße Wolle entspringt, ohne Borsten, Nektarrinne: so breit wie tief, um 1 mm , wenig Nektar, Übergangsperianthblätter: 1-1,5 mm breit und sehr schmal, außen grünlich, Kronblätter: schmal lanzettlich, 13-15 mm lang, max.2,5 mm breit nahe der Spitze, auch rundlich oder gekerbt endend, verschieden intensiv zitronengelb, Griffel: blassgelb, 15-17 mm lang, Narbenäste: 7-9, 1 mm lang, eng anliegend, schwarz-karminrot.

Frucht: 6 Monate nach der Blüte, schmutziggraue bis rötliche Beere, 5-7 mm lang, 3 mm breit, enthält 17-30 Samen,

Samen: mützenförmig, mattschwarz, 0,8 mm breit und lang, HMB schief und gewölbt, Testazellen hexagonal, mit Faltungsmuster über dem Kamm der erhabenen Zelle, von denen zur Seite Querfalten gehen, die Bandstruktur in den Furchen zwischen den Testazellen fehlt, die Varietät ist selbststeril.

Heimat und Typstandort: zwischen Kieseln auf einer Steinplatte, im Arroio del Velhaco, zwischen Bage und Torinhas, Rio Grande do Sul, Brasilien.

horstii var prestlei

Standortfoto vom Arroyo Velhaco am Corridor Collares

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