Untergattung Malacocarpus

Stand: 29/06/2003

Zusammengefasst sind die Pflanzen der Gattung Wigginsia PORTER bzw. Untergattung Malacocarpus BUXBAUM.

TYPUS: Notocactus erinaceus (Haworth 1819) Krainz 1966.

KÖRPERBAU: Flach scheibenförmig, gedrückt kugelig oder im Alter wenig verlängert. Einige Arten werden bis 35 cm groß. Hartfleischiger als bei einigen verwandten Sektionen. Epidermis graugrün bis dunkelgrün, im Alter an der Basis verkorkend. In der Scheitelgrube reichlich Wollbehaarung. Wenige Arten sprossen aus alten, basisnahen Areolen.

RIPPEN: Sehr ausgeprägt, im Verhältnis zur Breite hoch, über den Areolen stark verdickt, meistens stark gehöckert oder kinnartig vorspringend, nie aber ganz in Wärzchen aufgelöst wie bei Sektion Brasilicactus oder Sektion Notobrasilia. Areolen auf der Unterseite der Höcker, Rippenzahl 12 bis 23 , senkrecht abfallend, seltener etwas gedreht.

AREOLEN: Klein, rundlich, auf der Unterseite der Höcker, Sehr charakteristisch ist der bis 2 cm lange Areolenfilz, den die Scheitelareolen entwickeln und der eine mehr oder weniger weiße Kappe auf dem Scheitel bildet - manchmal ( in der Kultur) cephaliumähnlich. Mit dem Alterungsprozeß werden die Areolen kahl; der Areolenfilz ist bei im Wachstum stockenden Pflanzen nicht so stark ausgebildet. Entfernung der Areolen kann bis 2 cm betragen.

DORNEN: Nadelförmig bis pfriemlich, 4 bis 12 (selten mehr); Mitteldornen, zumeist 1, oft auch fehlend, Dornen glasig gelb, hellhornfarbig oder bräunlich, später vergrauend, oft mit dunkler Spitze, abstehend, gerade oder gebogen, seltener verwunden. Die Bedornung der Pflanzen weicht im juvenalen Stadium sehr stark (in Form, Größe und Farbe) von der Bedornung älterer Pflanzen ab.

BLÜTEN: Sie kommen im Gegensatz zu verwandten Untergattungen, wo sie um den Scheitel herum entstehen, aus dem Scheitel selbst, dicht gedrängt in großer Zahl, durch den Areolenfilz geschützt und in ihm versenkt. Die Blüten kommen von 2,5 cm bis 5 cm Breite vor, innerhalb einer Art ist die Blütengröße relativ konstant, nicht aber die Gelbfärbung der Petalen. Die Blüten sind schlank, mit dünner Wandung, meistens überragen nur die Kronblätter die Areolenwolle, außen ebenfalls von langem, weißlich bis weißlich-gelben oder bräunlichem Filz bedeckt. Blüten sind trichterförmig, über dem Pericarpell etwas glockenförmig erweitert. Die Schuppen des verborgenen Pericarpells sind stark reduziert; an der Röhre findet man wenig Grannendornen. Der Innenbau der Blüten ist den verwandten Sektionen ähnlich. Fruchtknoten borstenlos, aber lang befilzt, sehr kurz ( nur 4 mm). Die relativ kurze Röhre im oberen Teil trichterig, außen blaß, mit wenigen kleinen, meist grünen Schuppen; oben mit einigen wenigen Haarborsten, innen nach unten immer rot, zu den Enden gelb. Die Staubfäden haben die Farbe des jeweiligen Röhrenteils; Insertion bis oder fast bis zum Blütensaum, im breiten Kreis die enge Nektarrinne umschließend. Nektarkammer immer rot. Kronblätter in großer Anzahl, dicht quasi mehrere Reihen bildend, von zitrongelber bis goldgelber Farbe ( bei N. calvescens weißgelb), matt bis glänzend; Griffel gelb, mit orangeroten oder roten Narben; Narbenlappen um 8, nicht immer voll ausgebreitet. Blütezeit vom Frühsommer bis in den Spätsommer hinein. Blüten öffnen schon am Vormittag, sie halten zumeist mehrere Tage. Staubblätter meistens reizbar. Nach den Fertilitätsverhältnissen kann man zwei Gruppen unterscheiden: Die selbstfertilen Riesen, die mehr in Wiesen wachsen, und die auf fast nacktem Felsen wachsenden, selbststerilen und kleinbleibenden Arten.

FRÜCHTE: Schlauchartig, selten verlängert tonnenförmig, sehr weich bei der Reife und dünnwandig, reif erst im Frühjahr nach dem Jahr der Blüte, nicht aufplatzend. Die Früchte bleiben mit dem unteren Teil in der Scheitelwolle. Bei der Reife sind die Samenstränge aufgequollen, bleiben auch nach der basalen Streckung weichfleischig, weißlich grün, meistens rosa oder rötlich in der Farbe. Sie tragen teilweise Wollflöckchen. Falls die Samen nicht durch Insekten verschleppt werden, vertrocknen die Früchte später in der Scheitelwolle und die Samen gelangen erst nach außen, wenn die Frucht an den Rand des Scheitels ausgewachsen ist. Die Fruchtwand wird bis dahin spröde. Inhalt zirka 5o Samen.

SAMEN: Am ähnlichsten dem Samen der Sektion Neonotocactus, aber im Gegensatz zu dieser sowie anderer verwandter Sektionen vollständig von einer braunen Arillushaut überzogen. Die Abrißnarbe ist dem Ventralende der Hilumregion genähert und stärker hervortretend. HMB nur mit wenigem polsterartigen Gewebe, das nur in der Ventralregion sehr deutlich wird und einen Ventralwulst bildet. Samen sind schief helm- bis glockenförmig; die Keimseite zeigt Spuren von Ringen längs des Saumes. Farbe der Testa überwiegend schwarz, mit anhaftender, den Zellen folgenden Cuticula. Testazellen sind größer, abgeflacht und länglicher als bei den Vertretern verwandter Sektionen.

AREAL: In Mittel - und Südargentinien nur N. sessiliflorus weit verbreitet. In ganz Uruguay und im Süden des Staates Rio Grande do Sul vorkommend bis zu einer nördlichen Linie der Städte Tres Cerros, Uruguaiana, Cacapava, Guaiba.

ARTEN:

Artname Autor und Jahr
N. beltranii (Fric ex Fleischer & Schuetz 1976) Schaefer 1980
N. bezrucii (Fric 1922) Schaefer 1980
N. calvescens N. Gerloff & A. Nilson 1994
N. erinaceus (Haworth 1819) Krainz 1966
N. kovarikii (Fric ex Berger 1929) Krainz 1966 n. n.
N. langsdorfii (Lehm. 1826) Krainz 1966
N. neoarechavaletae (K. Schumann ex Spegazzini 1905) Havlicek 1989
N. neohorstii (F. Ritter 1979) Theun. 1981
N. pulvinatus van Vliet 1970
N. schaeferianus (Abraham & Theunissen 1988) Havlicek 1988
N. sellowii (Link & Otto 1827) Theunissen 1981
N. sessiliflorus (Hooker 1837) Krainz 1966
N. turbinatus (Arechavaleta 1905) Krainz 1966
N. vorwerkianus (Werdermann 1931) Krainz 1966

 

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