Untergattung Gymnocephalus

Stand: 29/06/2003

TYPUS: Notocactus ottonis (Lehmann 1827) Berger ex Backeberg 1959.

KÖRPERBAU: Pflanzen sind sehr verschieden im Körperbau, in Größe und Anzahl der Rippen, deren Form, Körperfarbe usw. Es gibt flachkugelige, kugelige, zylinderförmige Einzelpflanzen oder Gruppen. Der Durchmesser blühfähiger Pflanzen kann von Art zu Art zwischen 1,5 cm und 2o cm, deren Höhe von 3 cm bis 4o cm schwanken.

RIPPEN: 6 bis 35, rundlich im Querschnitt bis dreieckig, mit scharfen Kanten, getrennt durch mehr oder weniger deutliche Furchen; Die Rippen können in Höcker zergliedert sein.

AREOLEN: Sitzen auf der Oberseite der Höcker oder wandern über die obere Flanke in die Kerben. Immer weißwollig durch Filzhaare im Neutrieb; Durchmesser 2mm bis 7 mm.

DORNEN: Oftmals sind die Mitteldornen länger, kräftiger und dunkler gefärbt als die Randdornen. In der Bedornung gleichen die Vertreter der Sektion Notocactus denen der Sektion Neonotocactus.

BLÜTEN: Mit eng- bis weittrichterförmiger, in seltenen Fällen auch etwas glockenförmig erweiterter Blütenröhre, die, wie der Fruchtknoten, meist dicht mit Schuppen besetzt ist. Blüten niemals breitglockig. Manche Blüten mit etwas verlängertem Pericarpell und darüber meistens nur mit geringer Einschnürung. Die Areolen in Schuppenachseln tragen meist reichlich Wolle; bei manchen Arten sind sie auch ohne Wollbehaarung. An den Areolen grannenartige, steife Borsten; bei den unteren Areolen stechen diese. Staubblätter in zwei Gruppen erkennbar organisiert - wurde früher als Unterscheidungsmerkmal zur Sektion Neonotocactus aufgeführt. Die basal entspringenden Staubblätter umschließen eine Vertiefung, auf deren Grunde sich zumeist Nektardrüsen befinden. Blüten können von 2cm (N. linkii) bis 13cm (N. crassigibbus) breit sein.

FRÜCHTE: Zunächst stets weichfleischig, nur selten kurz oder verlängert überhängend, später vertrocknend.

SAMEN: Mehr oder weniger einheitlich helmförmig, kurz bis verlängert glockenförmig, mit schwarzer, grob warziger Testa, ohne oder selten mit Arillushautresten; Der HMB ist annähernd rund bis schmal oval, fast gerade bis etwas abgewinkelt, mit unterschiedlich ausgeprägtem Micropylarhügel.

AREAL: Ganz Uruguay, Südbrasilien (hier nach Norden über die Verbreitung der Sektionen Neonotocactus oder Malacocarpus bis nach Parana reichend), Misiones, Entre Rios, Süd- bis Mittelparaguay.

ARTEN:

Aggregat um Notocactus scopa

Rippen sehr zahlreich; recht viele, borstenfeine bis nadelförmige Dornen. Die Frucht bildet eine kleine runde Beere. Sie öffnet sich im unteren Drittel horizontal oder unregelmäßig, auf der Areole einen kleinen schalenartigen Rest hinterlassend.

Artname Autor und Jahr
N. glomeratus N. Gerloff 1991
N. neobuenekeri F. Ritter 1979
N. rudibuenekeri Abraham 1988
N. scopa (Sprengel 1825) Berger ex Backeberg 1959
N. soldtianus van Vliet 1975
N. sucineus F. Ritter 1970

Aggregat um Notocactus ottonis

Früher auch Serie "Paucispini" genannt.

Wenige Rippen (6 bis 2o); Dornen nicht so dicht, daß sie die Sicht auf die Epidermis verdecken; öfters gebogen; bei vielen Arten ist der Kontrast zwischen dunklen Mitteldornen und hellen Randdornen groß, bei einigen Arten kommt die unterirdische Sproßbildung vor; Dickwandige, ovale, fleischige Früchte, unregelmäßig vertikal öffnend. Pflanzen zumeist in Weiden wachsend.

Artname Autor und Jahr
N. arechavaletae (Speg. 1905) Herter 1955
N. campestrensis F.Ritter 1979
N. carambeiensis Buining & Brederoo 1973
N. glaucinus F. Ritter 1979
N. harmonianus Ritter 1979
N. ibicuiensis Prestle 1985
N. incomptus N. Gerloff 1990
N. laetivirens F. Ritter 1979
N. linkii (Lehm. 1827) Herter 1955
N. megapotamicus (Osten 1941) Herter 1942
N. muricatus (Otto in Pfeiffer 1837) Berger ex Backeberg & Knuth 1935
N. ottonis (Lehm. 1827) Berger ex Backeberg 1959
N. oxycostatus Buining & Brederoo 1972

Aggregat um Notocactus herteri

Dieses Aggregat sehen manche Autoren auch ganz bei den Übergangsarten untergebracht.

Pflanzen werden sehr groß, bis 25 cm breit und mindestens ebenso hoch; Die Rippen sind in Höcker untergliedert, Blütenfarbe selten gelb, häufig gelborange, orangerot bis weinrot. Zumeist auf Bergen wachsend.

Artname Autor und Jahr
N. herteri (Werdermann 1936) Buining & K. Kreuzinger 1950
N. horstii F. Ritter 1966

Aggregat um Notocactus minimus

Früher als Serie "Fricianae" genannt.

Diese Gruppe wird teilweise auch zu der von N. ottonis gerechnet. Pflanzen sind zwergig, zylindrisch. Einzelne Mitteldornen sind gehakt bis gekrümmt, Blüten werden im Verhältnis zum Körper recht groß (bis 6 cm), sie bilden unterirdisch Sprosse.

Artname Autor und Jahr
N. minimus Fric & K. Kreuzinger 1940
N. ruoffii N. Gerloff 1993
N. stockingeri Prestle 1985

Aggregat um N. uebelmannianus

Früher als Serie auch "Uebelmannianae" genannt.

Die Pflanzen haben die Rippen teilweise derart in Höcker aufgelöst, daß sie dem Gymnocalycium denudatum ähneln. Scheitel vertieft und fast immer frei von Dornen. Areolen befinden sich zwischen den Höckern. Blüten groß bei dem selbstfertilen N. crassigibbus (1o bis 14 cm) und Notoc. meonacanthus bis klein bei den selbststerilen Vertretern der Gruppe, N. uebelmannianus und einigen Formen von Notocactus arachnitis ( bis 3,5 cm).

Artname Autor und Jahr
N. arachnitis F.Ritter 1970
N. crassigibbus F. Ritter 1970
N. meonacanthus Prestle 1986
N. uebelmannianus Buining 1968

Aggregat um N. werdermannianus

Früher als Serie "Werdermannianae" genannt.

Pflanzen kurzzylindrisch bis zylindrisch; weichfleischig. Rippen sehr zahlreich, mit kleinen Kinnhöckern, bedeckt von einem dichten Dornenkleid, Früchte öffnen sich oben, unmittelbar unter dem Blütenrest.

Artname Autor und Jahr
N. ferrugineus Schlosser 1982
N. memorialis Prestle 1988
N. werdermannianus Herter 1942
N. vanvlietii Rausch 1970

Aggregat um Notocactus concinnus

Früher auch Serie "Setacei" genannt.

Zumeist gedrückt kugelige, weichfleischige Pflanzen mit relativ großen trichterförmigen gelben Blüten. Borstige Früchte bleiben lange Zeit elastisch, in ihnen kleben die Samen.

Artname Autor und Jahr
N. agnetae van Vliet 1975
N. blaauwianus van Vliet 1976
N. bommeljei van Vliet 1968
N. brederooianus Prestle 1985
N. caespitosus (Spegazzini 1905) Berger ex Backeberg 1959
N. concinnus (Monville 1839) Berger ex Backeberg 1959
N. multicostatus Buining & Brederoo 1973
N. tabularis (Cels ex. K. Schum. 1886) Berger ex Backeberg 1959

Weitere Informationen über die Setacei stehen im Setacei-Lexikon.

Übergangsarten der Sektion U1

Die Insertion der Staubblätter beträgt 5o bis 65 Prozent, der Zeitpunkt der Blütenöffnung liegt um den Höchststand der Sonne.

Artname Autor und Jahr
N. allosiphon Marchesi 1972
N. buiningii (Buxbaum 1968) F. Ritter 1979
N. erubescens (Osten 1941) Marchesi 1972
N. fuscus F. Ritter 1979
N. megalanthus Schlosser & Brederoo 1981
N. rauschii van Vliet 1969
N. roseoluteus van Vliet 1973
N. schlosseri van Vliet 1974
N. spinibarbis F. Ritter 1979

 

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