| Untergattung Notobrasilia (Brasiliparodia) | Stand: 29/06/2003 |
Hier übernehmen wir den Terminus von Radim Havlicek, um "Brasiliparodia" zu ersetzen. Die hier zusammengefassten Pflanzen sind auch nach dem versierten Parodienkenner Walter Weskamp keine Parodien sensu Spegazzini.
TYPUS: Notocactus alacriportanus (Backeberg & Voll 1949) Buxbaum 1967
BASIONYM: Parodia alacriportana Backeberg et Voll 1949). BACKEBERG, C. & VOLL, O. (1949): Arqu. Jardim Botanico do Rio de Janeiro 9: 166-169
KÖRPERBAU: Pflanzen sind zierlich, kugelig bis flachkugelig, seltener etwas verlängert, kurzzylindrisch, manchmal auch verformt; meistens einzeln, seltener in der Natur sprossend; Körper weicher als bei verwandten Sektionen. Fleisch manchmal rötlich anlaufend. Mit vertieftem nicht schiefen Scheitel, der nicht bedornt ist ( Ausnahme N. rechensis). Epidermis hell- bis dunkelgrün, olivgrün, manchmal rötlich- blau anlaufend (abhängig vom Standort). Sehr ansehnlich auch in der Bedornung. Diese Pflanzengruppe ist sehr variabel, zusätzlich verändern sich die Notobrasilien wesentlich unter dem Einfluß von Pflegemaßnahmen; Faserwurzeln.
RIPPEN: Ca. 25 und mehr, in warzigen, meist verdrehten Reihen, wenige Millimeter hoch, bestehend aus mamillenförmigen Höckern.
AREOLEN: Meistens weißfilzig bis gelblich, rund, auf den Höckern der Rippen sitzend.
DORNEN: Ziemlich zahlreich; nadel- bis borstenförmig, elastisch. Randdornen um die 2o, kürzer als die 4 bis 7 Mitteldornen, die etwas stärker und dunkler sind; unter ihnen sind die unteren 1 bis 4 meist gewunden bis hakenförmig und bis 3cm ( und mehr) lang. Farbe ist von weißlich-gelb bis braun oder dunkelrotbraun, Mitteldornen auch meliert vorkommend.
BLÜTEN: Um den vertieften Scheitel entspringend; Blütendurchmesser mittelgroß , meist aber recht klein (2 cm bis 4,5 cm); Kronblätter oft außen mit rotgehauchten Mittelstreifen. Röhre ist becher- bis trichterförmig, innen gelb bis goldgelb, außen mehr grüngelbliche Färbung, Die Wandung ist dick, der Übergang vom Fruchtknoten in die Röhre ist außen nicht erkennbar. Staubblätter umschließen in breitem Kranz die Nektarrinne, die sehr klein und mit wenig Nektar ausgestattet ist. Blütezeit wesentlich früher als bei verwandten Sektionen, im zeitigen Frühjahr. Vormittagsblüher. Blüten öffnen morgens für mehrere Tage, mit der Zeit öffnen die Blüten in der Kultur auch nachmittags. Blüten von N. brevihamatus duftend. Knospenbildung: Im ersten Stadium erscheint eine kleine, meist gelblich gefärbte, völlig nackte Knospenspitze (ohne Behaarung/Wolle) in der Areole. Später ( nach 3 bis 4 Wochen) entwickelt sich nach und nach Wolle von weißer bis dunkelbrauner Färbung. Fruchtknoten ist etwas breiter als lang, grün, Schuppen zahlreicher als bei anderen verwandten Sektionen, sehr klein, spitz meist grannig endend. In den Achseln stärkere Wollbüschel und einige feine, aber stechende Borsten; Staubfäden weißlich-gelb bis gelb, sehr dünn: Insertion auf der ganzen Röhre, dicht. Beutel gelb, klein, unterschiedlich hoch stehend; Griffel gelb, meist mit sehr kurzen, gelben Narbenlappen (6bis13), welche die Beutel meistens überragen und in Paaren zusammenhängend bleiben oder sich nicht öffnen; Kronblätter sind umgekehrt lanzettlich bis linearisch, unten nur wenig verschmälert, oben gerundet bis zugespitzt, mäßig groß, Innenseite immer gelb, außen manchmal grünlich - im Jungstadium; bei reifer Knospe meistens grünlich - mit rotem Hauch. Befruchtungsverhältnisse nicht einheitlich, variieren auch innerhalb von einzelnen Arten.
FRÜCHTE: Denen der Gruppe um N. concinnus (Sektion Notocactus) etwas ähnlich, fast kugelig, mit spärlicher reduzierter Wolle und stechenden Borsten besetzt, meist bei der Reife grün, selten rotbraun oder rot; dünnwandig, gewöhnlich auf der Pflanze mit Blütenresten eintrocknend, meistens an der Basis öffnend. Durch Witterungseinflüsse rasch zerfallend.
SAMEN: Ähnlich denen der Sektion Brasilicactus, aber kürzer, flach eiförmiger Gestalt. Die braune bis schwarze Testa trägt in Reihen angeordnete Höcker. Hilumrand sehr wenig nach außen gebogen; hier hat der Saum den größten Umfang. Der HMB hat die gleiche Ei-Form, ist länglich; der Micropylaranteil und der etwas größere Teil der Abrißnarbe sind ebenso stark gegeneinander abgewinkelt ( mit Ausnahme bei dem fast abseits der Sektion befindlichen N. rechensis). Der Micropylarhügel ist ebenso zur zentralen Micropyle hin gewölbt. Der HMB ist am Ansatz des Funiculus stark verschmälert, dadurch die flach eiförmige Gestalt. Es befinden sich keine korkartigen Auswüchse an Samen, wie bei den Parodien. Mit Ausnahme von N. rechensis zeigen alle Arten in ihren Samen keine erkennbaren Unterschiede. AREAL: Apparados da Serra, in höheren Lagen des östlichen Grenzgebietes der brasilianischen Staaten Rio Grande do Sul und Santa Catarina. N. rechensis bei 900 m ü.M., die anderen ab 1000 m bis 1500 m ü.M.
ARTEN:
| Artname | Autor und Jahr |
| N. alacriportanus (Backeberg & Voll 1949) | Buxbaum 1967 |
| N. brevihamatus (W. Haage ex Backeberg 1956) | Buxbaum 1974 |
| N. buenekeri (Buining 1962) | F. Ritter 1979 |
| N. catarinensis (Ritter 1979) | Theun. 1981 |
| N. rechensis | Buining 1968 |
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