Untergattung Neonotocactus

Stand: 29/06/2003

TYPUS: Notocactus mammulosus (Lehmann 1837) Berger ex Backeberg 1959.

KÖRPERBAU: Wie bei der Sektion Notocactus kommen verschiedene Körperformen vor: Flachkugelige Pflanzen, kugelige und zylindrische, die bis zu 5 mal länger als breit werden können und deshalb schnell auf dem Boden zu liegen kommen. Zumeist hartfleischig. Die eine Gruppe von wehrhaften Kugeln um N. mammulosus wächst in Wiesen, die andere um N. mueller-melchersii auf fast nackten Felsplatten.

RIPPEN: Zumeist dreieckig bis bogenförmig im Querschnitt, teilweise in Höcker gegliedert, diese um die Areolen verdickt. Manchmal erreichen die Rippentäler zwischen den Höckern die Rippenfurche. Bei der Gruppe um N. mueller-melchersii ist die Rippenstruktur ausgeprägter.

AREOLEN: Breitrund bis rund, auf der oberen Flanke eines Höckers vertieft sitzend, weißwollig, rasch verkahlend oder verschmutzend.

DORNEN: Bis zu 6 Mitteldornen sind kräftiger und zumeist auch dunkler als die Randdornen. Zumeist sind die Mitteldornen kräftige Nadeln oder pfriemförmige, stechende vor Viehfraß schützende "Waffen", oft gebogen und teilweise von der Sonne gebleicht.

BLÜTEN: Die Blüten sind bereits in der Seitenansicht, trotz der starken Wollbildung, auffallend breit. Die Blütenröhre erweitert sich unmittelbar über dem Fruchtknoten breit schüsselförmig oder zumindest breit trichterig. An der Umbiegestelle stehen die Staubblätter steil, nur aus der Blütenröhre entspringend, zuerst griffelwärts, dann auswärts gebogen. Die tangential entspringenden Staubblätter (wie bei Sektion Notocactus) fehlen. Die Basen der innersten Blüttenhüllblätter sind mit der Blütenröhrenwand bis zur Umbiegung der Blütenröhre dicht oberhalb des Fruchtknotens verwachsen. Bis auf wenige Arten selbststeril. Die Blüten öffnen erst 2 Stunden nach dem Höchststand der Sonne und schließen erst am Spätnachmittag wieder.

FRÜCHTE: Bei dieser Sektion verlängern sich die Früchte im Vollreifestadium im basalen Abschnitt stark und hängend schlaff über den Scheitelrand. Beim Abbrechen entsteht eine basale Öffnung. Die Frucht ist ursprünglich grün und entwickelt sich durch die Streckung zu einem schlauchartigen Gebilde. Samen, die sich ursprünglich im oberen Fruchtbereich befinden, fallen nach der Reife und Austrocknung der Samenstränge leicht aus.

SAMEN: Die , wie bei der Sektion Malacocarpus, breit glockenförmigen Samen haben oft am Rande ein dick polsterförmiges Hilum. Dieser wulstige Rand des Hilums ist ein wichtiges Merkmal der Sektion. Die Arillushaut ist in winzige sternförmige Teilchen zergliedert, die den Spitzen der Testawarzen aufsitzen. In der Keimseite ist der Samen dieser Sektion abgeplattet oder gerundet und von ockergelber Farbe.

AREAL: Argentinien ( von Ancasti bis auf die Höhe von Buenos Aires - hier nur N. submammulosus als Vertreter dieser Sektion) Uruguay, Rio Grande do Sul ( bis zu einer Nordgrenze, die durch folgende Städte gekennzeichnet wird: Sao Borja, Cacapava, Porto Alegre).

ARTEN:

Aggregat um Notocactus mammulosus

Früher als Serie "Mammulosi" bekannt.

Kugelig wachsend, höchstens doppelt so hoch wie breit. Rippen meist in kräftig vorspringende Kinnhöcker unterteilt, wehrhaft bedornt, teilweise enge Nektarrinne. Früchte bei Reife schlauchartig auswachsend, bei Vollreife überhängend, basal öffnend.

Artname Autor und Jahr
N. erythracanthus Schlosser & Bred. 1985
N. euvelenovskyi Fleischer & Schuetz 1976
N. floricomus (Arechavaleta 1905) Berger ex Backeberg 1959
N. macambarensis Prestle 1986
N. mammulosus (Lemaire 1837) Berger ex Backeberg 1959
N. orthacanthus (Link & Otto 1827) van Vliet 1970
N. paulus Schlosser & Brederoo 1980
N. permutatus F. Ritter 1979
N. rubropedatus F. Ritter 1979
N. submammulosus (Lemaire 1839) Backeberg & Knuth 1935

Aggregat um Notocactus mueller-melchersii

Früher auch Serie "Melchersianae" genannt.

Körper zylindrisch, fast immer solitär, bis zum Sechsfachen der Breite lang werdend. Rippen zahlreicher, nur schwach gehöckert. Areolen in die Rippen eingesenkt, Nektarrinne erkennbar. Blütenfarbe dottergelb bis rot.

Artname Autor und Jahr
N. eugeniae van Vliet 1976
N. gutierrezii Abraham 1988
N. mueller-melchersii Fric ex Backeberg & Knuth 1935
N. mueller-moelleri Fric ex Fleischer & Schuetz 1976
N. roseiflorus Schlosser & Brederoo 1978
N. rutilans Daeniker & Krainz 1948
N. veenianus van Vliet 1974
N. winkleri van Vliet 1975

Übergangsarten der Sektion U2

Es gibt auch Autoren, die diese Arten dem N. mammulosus als sehr nah verwandt ansehen. Der Zeitpunkt der Blütenöffnung ist um zirka 1 Stunde dem Höchststand der Sonne näher als bei N. mammulosus.

Artname Autor und Jahr
N. arnostianus Kolarik & Lisal 1986
N. cristatoides F. Ritter 1979
N. curvispinus F. Ritter 1979
N. ritterianus Kolarik & Lisal 1986

 

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