Untergattung Notocactus

Stand: 06/01/2004

TYPUS: Notocactus schumannianus (J. Nicolai 1893) A.V. Fric 1928

BASIONYM: Echinocactus schumannianus (J. Nicolai 1893)
Nicolai, J. (1893): Monatsschrift für Kakteenkunde 3: 175-176
(Notocactus schumannianus ist gleichzeitig der Lectotypus der Gattung Notocactus Fric 1928, ehemals Untergattung Eriocactus)

KÖRPERBAU: Im Alter nicht selten über 1 Meter hoch, dicke Säulen mit zahlreichen Rippen mit feiner, aber sehr dichter Bedornung. Da die jungen Areolen sehr stark wollig sind, ist der zur Hauptlichtseite etwas schiefe Scheitel mit viel Wolle bedeckt, aus der Dornen hervorragen. Epidermis grün bis dunkelgrün, bei N. magnificus durch Wachsüberzug blaubereift. Pflanzen im Alter oft an der Basis verkorkend, N. leninghausii und N. magnificus an der Basis öfters sprossend.

RIPPEN: 15 bis 3o ( bei N. warasii 15 /16, schumannianus 23 bis 49), Rippenkanten scharf, entweder höckerig oder mit kleinen Höckern, auf deren Unterseite die Areolen sitzen. Ausnahme bildet hier N. leninghausii, wo die Areolen auf den Höckern sitzen.

AREOLEN: 2 mm bis 3 mm im Durchmesser, 1 bis 2 mm hoch, 3mm bis 8 mm entfernt, jung sehr weiß bis weißlichgelb, wollig; im Alter braun- bis grauwollig und zunehmend verkahlend.

DORNEN: Im Gegensatz zu verwandten Sektionen haben Eriokakteen (Ausnahme N. nigrispinus) weiche, feinborstige und gleich dicke Bedornung, mit meistens abwärts gerichteten Dornen. Weiterhin ist nicht ein Mitteldorn, sondern der unterste Randdorn der längste. In der Farbe goldgelb bis braun und dunkelbraun, im Alter vergrauend, bis 4 cm lang und oft gewunden.

BLÜTEN: Die scheitelstehenden Blüten sind durchschnittlich 4 cm bis 7 cm groß, breit glockig, dicht mit grannenartigen Borsten und braunen Haaren besetzt, die aus den Achseln der zahlreichen lang geschwänzten und in eine Granne auslaufenden Schuppen entspringen. Die relativ kurze Röhre öffnet sich über dem Fruchtknoten ohne Übergang breit glockig; die Wand des Fruchtknotens und der Röhre ist auffallend dick und ohne Chlorophyll, dabei in dicke, meist hell- bis rotbraune, manchmal auch graue Watte (wie die Knospen) gehüllt. Auch die Schuppen sind ohne Chlorophyll und schmaler, sie sind doppelt so dicht angeordnet wie bei der Sektion Notocactus. Die Granne ist dunkel und dürr. Die Blütenröhre verengt sich innen, über die Fruchthöhle gegen den Griffel bis auf eine kleine Nektarrinne, so daß eine Stufe entsteht. Die untersten Staubblätter entspringen auf dieser Stufe und umschließen die Nektarrinne eng , sonst entspringen die Staubblätter bis hin zum glockigen Teil der Röhre. Staubblätter sind nicht reizbar, von schwefelgelber bis gelber Farbe; Kronblätter hell- bis goldgelb, auch zitronengelb, glänzend. Griffel ist weißlich- bis hellgelb. Narben : 1o bis 14, stets gelb, niemals rot, die Staubbeutel überragend. Befruchtungsverhältnisse nicht einheitlich.

FRÜCHTE: Kugelig bis langkugelig, aus zwei Schichten - einer dünnen, sehr harten Schicht und einer dickfleischigen, auch bei Vollreife nicht ganz austrocknender Schicht. Stark behaart und borstig, trocknen bei der Reife fast nie aus. Ihr Ansatzpunkt an der Areole ist nicht der tiefste Punkt des Fruchtknotens, sondern etwas seitlich. Die Frucht öffnet in einer anderen Weise als bei den verwandten Sektionen: Bei der Reife ist die Frucht voll ausgefüllt; sie öffnet von der Ansatzstelle aus mit einem Querriß rings herum, derart, daß sich der Hauptteil der Frucht abhebt und ein kleiner Teil als eine Schale an der Areole bleibt. Die leere Fruchthülle ist ein über lange Zeit stabiles Gebilde. Beim Austrocknen der abgehobenen Frucht reißt die Wandung ein, mit Bildung von Lappen, die sich nach außen umkrempeln; der Sameninhalt fällt lose in mehreren Phasen aus. Die Früchte haben auch bis 3oo Korn, das ist das Doppelte bis Sechsfache der Samenzahl von verwandten Sektionen. Die Samenanlagen stehen gruppenweise an langen, vielfach geteilten Samensträngen.

SAMEN: Sehr zahlreich, klein; aus einem basalen HMB, der in der Mitte das Micropylarloch trägt. mehr oder weniger konisch verschmälert, etwas spitzhut- bis glockenförmig. Die Höckerung der Samen ist feiner als sonst und die Höcker sind zu feinen Reifen verschmolzen. Die Größe der Samen entspricht etwa der Größe der kleinsamigen Arten von verwandten Sektionen. Die Testa ist dunkelbraun bis schwarz, feinwarzig, fast glatt. Testa von einer durchsichtigen, kaum erkennbaren , aber fest anhaftenden Arillushaut überzogen, die nur schwer ohne Beschädigung von der Testa zu entfernen ist. Die Testahöcker sind deutlich konvex und glänzend, werden aber durch die Arillushaut weitgehend verdeckt; damit erscheint die Testa glatt.

AREAL: An fast unzugänglichen Steilwänden freistehender Berge oder an Talhängen im östlichen Paraguay, vereinzelt in Misiones (Argentinien), Rio Grande do Sul (Brasilien).

ARTEN:

Artname Autor & Jahr
N. claviceps (F. Ritter 1966) H. Krainz 1967
N. leninghausii (Haage sen. ex K. Schumann 1895) A. Berger ex H. Krainz 1968
N. magnificus (F. Ritter 1966) H. Krainz ex. N.P. Taylor 1980
N. magnificus var. warasii (F. Ritter 1973) N. Gerloff & J. Neduchal comb. et stat. nov.
N. schumannianus (J. Nicolai 1893) A.V. Fric 1928

 

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