| Samenmerkmale | Stand: 16/07/2000 |
Die Samenmerkmale sind in der Literatur recht unterschiedlich genau und korrekt benannt. Als die ersten Notokakteen beschrieben wurden, gab es keinerlei Angaben zum Samen. Später wurde der Samen mit bloßem Auge betrachtet und man findet einfache Angaben wie "schwarz, helmförmig, glänzend ...". Mit dem Einsatz einfacher Lichtmikroskope bei den Amateurbiologen, verfeinerten sich auch die Angaben zum Samen. Nach dem Zweiten Weltkrieg werden bei Beschreibungen auch Angaben zur Form der Testazellen und ähnliche Angaben gemacht. Seit zwanzig Jahren macht man teilweise auch Angaben über die innere Struktur der Samen. Wenn man die Angaben über Kotyledonen, Perisperm und Embryo bei den Beschreibungen der Notokakteen einmal vergleicht, so stehen dort immer die selben Formulierungen. Seit 15 Jahren werden den meisten Erstbeschreibungen Fotos des Samens beigefügt, die unter dem Rasterelektronenmikroskop gemacht wurden - oft als REM-Aufnahmen abgekürzt.
Über die Problematik der Wertung dieser Aufnahmen hat Thomas Engel (1988) in INTERNOTO referiert. Nachdem man zunächst die Form der Samen für Klassifizierungsmodelle benutzte, sah man vor wenigen Jahren die Lösung in der Form der Testazellen. Dazu wurden 400-fache Vergrößerungen benötigt. In der Einleitung des Kapitels zur Sektion der Wigginsien wollen wir verdeutlichen, daß auch die Testazellen nicht überbewertet werden dürfen, wenn innerhalb einer Art, dort repräsentiert durch vier äußerlich nicht zu unterscheidende Exemplare aus vier Populationen, unterschiedliche Testastrukturen (Faltungsmuster der Kutikula) aufweisen. Thomas Engel hat 1988 verdeutlicht, daß die Testazellen große Unterschiede aufweisen, je nachdem in welchem Bereich des Samens sie aufgenommen wurden. Die Testazellen sind oft unterschiedlich, je nach dem, ob sie im apikalen, im lateralen oder dorsalen Bereich fotografiert wurden. Im Bereich des HM-Saumes werden die Testazellen ebenfalls kompakter.
Bei den Notokakteen sind die meisten Testazellen im lateralen Bereich (wo sie auch häufig fotografiert werden) länglich sechseckig = elongiert hexagonal oder isometrisch hexagonal = rundlich sechseckig.
Je nach Beschaffenheit der stets vorhandenen Kutikula (auch Cuticula geschrieben). bekommt man einen unterschiedlichen Eindruck. Bei N. magnificus ist diese glatt, bei den Vertretern der Neonotos oder dem Aggregat um N. uebelmannianus stark gefaltet. Leider wurde bis in jüngster Zeit als HILUM der gesamte Bereich bezeichnet, den wir heute HMB (Hilum- Micropylar-Bereich) nennen. Das Hilum (Samennabel) ist ein Teil des HMB, manchmal als Kegel oder als Grube ausgebildet. Wir haben in unserer Zeichnung auf den Keimlingskörper (Hypocotyl) verzichtet. Obwohl bei den Notokakteen keine Strophiola nachzuweisen ist, treffen wir diesen Terminus auch in Beschreibungen bestimmter Autoren wieder. Bei den Parodien (Spegazzini) ist damit ein korkartiges Gewebe gemeint, daß sich aus dem Arillus entwickelt und dem viel kleineren Parodiensamen eine größere Fläche ( zum Fliegen oder Schwimmen) verleiht.
Literatur:
ENGEL, Thomas (1988): Einführung in die Problematik rasterelektronenmikroskopischer Samenabbildungen ...- INTERNOTO 9 (1): 8 - 14.
GLÄTZLE, W. & PRESTLE, K.H. (1986): Seed-morphology of the genus Notocactus; Bradleya 4: 79 - 96.
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Heim |
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