Merkmale der Gattung Notocactus

Stand: 29/06/2003

Jozka Neduchal

GATTUNG NOTOCACTUS Fric 1928

FRIC, A.V. (1928): CACTI the coming fashion, Price-List 1928:3

TYPUS: Notocactus schumannianus (Nicolai 1893) Fric 1928

BASIONYM: Echinocactus schumannianus Nicolai 1893

NICOLAI, J. (1893): Monatsschrift fuer Kakteenfreunde 3: 175-176. Zum Typus keine Angaben vorhanden. Notocactus schumannianus ist gleichzeitig Lectotypus der Gattung Notocactus Fric 1928.

KÖRPERBAU: Gedrückt bis verlängert kugelförmig, später manchmal dicksäulig oder seltener sprossende, in einigen Fällen unterirdische Ausläufer treibende Pflanzen von sehr unterschiedlichem Aussehen und großer individueller Variabilität.

RIPPEN: Unterschiedlich in der Zahl, meist ziemlich hoch und mehr oder weniger scharf, auch stumpf gerundet. Häufig treten Pflanzen mit spiralartig verdrehten Rippen auf. Rippen meist sehr scharf voneinander getrennt, oft auffallend gehöckert.

AREOLEN: Die jungen stark bis sehr stark wolligen Areolen, besonders bei schon blühfähigen Pflanzen, überdecken manchmal den Scheitel mit der Wolle , die dann die Scheitelgrube völlig ausfüllt, verkahlen später.

DORNEN: Die Bedornung ist sehr unterschiedlich, auch derb oder pfriemlich, meist fein und nadelförmig bis borstig, die Randbedornung manchmal sehr dicht. Bei einigen Arten treten auch hakenförmige Mitteldornen auf.

BLÜTEN: Die sehr augenfälligen, meist gelben, seltener orangenfarbigen, roten, violett- bis weinroten, seidig glänzenden Blüten entstehen oft in großer Zahl nahe dem Scheitel.

Sie sind trichterförmig oder über dem Fruchtknoten glockig erweitert. Fruchtknoten und Blütenröhre sind meistens dicht mit schmalen trockenspitzigen bis grannenartig zugespitzten Schuppen besetzt, die manchmal am Fruchtknoten reduziert sind. In den Achseln tragen die Blüten durchwegs, oder wenigstens im oberen Teil, dünn nadelförmige oder nadelförmig-borstige bis grannenartige, mehr oder weniger gewundene Dornen, die manchmal voll mit Wollbehaarung überdeckt werden. Die etwa lineal-lanzettlichen Blütenblätter variieren manchmal auch bei derselben Art in ihrer Breite, Länge und Form im Spitzenbereich. Die Blütenröhre erweitert sich über dem Fruchtknoten allmählich trichterig, bei den Pflanzen der Sektion Neonotocactus plötzlich breit schüsselförmig. Die zahlreichen Staubblätter entspringen manchmal in scheinbar deutlich unterscheidbaren Gruppen, hin bis zum Schlund aus der Blütenwand. Der Griffel überragt öfter die Staubblätter, trägt meist strahlend ausgebreitete oder linealförmige Narbenblätter, die meist rot sind. Befruchtungsverhältnisse, Reizbarkeit der Staubblätter sind nicht bei allen Arten der Gattung eindeutig geklärt, es gibt selbstfertile und selbststerile Arten.

FRÜCHTE: Sind oft von großen Blütenresten gekrönt. Am Anfang zunächst weichfleischig und verhältnismäßig klein, strecken sich später bei manchen Arten stark in die Länge, wobei die Samen oft nur im oberen Teil der Frucht verbleiben. Die Besetzung der Frucht mit Schuppenresten, Wollhaaren und Borsten ist sehr unterschiedlich. So öffnen die Früchte der verschiedenen Arten auch recht unterschiedlich. Bei manchen Arten platzt die Frucht vertikal, teilweise mit einer Längsspalte, bei anderen horizontal, auf der Pflanze eine Schale hinterlassend. Bei der Sektion Wigginsia bleiben die Früchte lange fast ganz in der Scheitelwolle, wachsen dann schnell heraus und trocknen langsam aus, wobei die schlauchartige Fruchtwand spröde wird.

SAMEN: Der Samen ist gerade oder leicht schief glockenförmig bis halbkugelförmig, mit einem basalen geradflächigen bis etwa abgewinkeltem HMB, der gewöhnlich etwas größer ist als der Samendurchmesser, hauptsächlich bei den Arten, wo der Hilumsaum ausgeschweift ist. Nur bei der Sektion Brasilicactus ist der HMB etwas kleiner als der Samendurchmesser. Etwa in der Mitte des HMB ist eine mehr oder weniger deutliche, schon im Bau der Samenanlage vorgebildete Wölbung, an deren Spitze das Micropylarloch liegt. Der ganze Hilum-Micropylar-Bereich ist von einer dünnen Schicht lockeren Gewebes bedeckt, die meistens mehr oder weniger abgescheuert ist, so daß die darunterliegenden Testazellen durchscheinen. Die meist schwarze Testa gehört dem warzigen Typus an, sie ist stets von einer Arillushaut überzogen, die aber bei der Samenreife zumeist abspringt. Ein Perisperm ist kaum vorhanden; Das Embryo ist eiförmig und besitzt nur einen kleinen Spalt zwischen nicht abgegliederten Keimblättern. Es sind keine korkartigen Auswüchse an Samen, wie bei den Parodien, vorhanden.

AREAL: Von Mitte Argentinien über Uruguay bis nach Südbrasilien (Staaten Rio Grande do Sul, St. Catarina, Parana) und Paraguay.

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