Feldnummern-Systeme

Stand: 21/04/2007

Die Praxis einer korrekten Numerierung der Funde hat sich erst in den letzten 35 Jahren entwickelt, wobei vielfach aus Fehlern gelernt wurde.

Als Horst & Uebelmann 1989 die Broschüre " 25 Jahre HU" veröffentlichten hat Urs Eggli im Vorwort auf die Unzulänglichkeiten der damals üblichen Praxis hingewiesen. So war es bis dato üblich, die HU-Nummern als Artennummern zu gebrauchen. Beispielsweise wurde HU 11 mit N. ottonis gleichgesetzt und die Pflanzen aus verschiedenen Habitaten mit dieser Nummer versehen. Das führte dazu, daß recht unterschiedliche Formen dieser Art unter einer Feldnummer verbreitet wurden. Des weiteren passierte es, daß mehrere Arten oder Formen unter einer Feldnummer aufgesammelt und weitergegeben wurden.

So haben die Arten N. arnostianus, ritterianus und curvispinus nur die gemeinsame Feldnummer HU 338. Andere Sammler gebrauchten ebenfalls die erste Nummer zur Artenzuordnung. Dirk van Vliet beispielsweise signalisiert mit DV 29, daß er diese Pflanze für N. erinaceus hielt. Nun hat er gottseidank hinter der ersten Zahl noch weitere Informationen notiert. So bedeutet DV 29a dann bei ihm eine erhebliche Abweichung. Wir halten die als DV 29a bezeichneten Pflanzen heute für N. sellowii-Formen.

Dirk van Vliet hat durch weitere Zahlen hinter einem Querstrich die genauen Fundorte numeriert. Ähnlich verfuhr F. Ritter, bei dem ein kleiner Buchstabe hinter der Nummer immer taxonomische Relevanz hatte: FR 1027 , FR 1027a, 1027b, 1027c usw. - das sind nach seinem Werk "Kakteen in Südamerika" nun Varietäten des N. arechavaletae aus verschiedenen Gegenden.

Verwirrend wurde es für die Liebhaber, wenn neben den kleinen Buchstaben hinter der Nummer manchmal die aufgesammelten Wildpflanzen durch große Buchstaben oder Zahlen aufgelistet wurden. Seit einigen Jahren ist es üblich, jeder Population eine neue Nummer zu geben, auch wenn sie nur wenige Kilometer von einer anderen entfernt ist. Das gleiche gilt für den wiederholten Besuch von Fundorten, auf denen man schon Feldnummern gegeben hat. Hier wird auch eine neue Nummer vergeben mit dem Hinweis auf die alte. Selbst Populationen, von der man kein Pflanzenmaterial entnommen hat (was ja nach den Artenschutzbestimmungen kaum mehr möglich ist), gibt man eine Nummer zur Dokumentation des Vorkommens.

Die meisten Sammler haben nicht nur Notokakteen in ihren Nummernsystemen verewigt. Einige relevante Listen sind auf unseren Seiten zu finden und werden nach und nach ergänzt.

 

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