| Notocactus magnificus var. warasii (F. Ritter 1973) N. Gerloff & J. Neduchal comb. et stat. nov. | Stand: 06/01/2004 |
Erstbeschreibung: Eriocactus warasii RITTER 1973
RITTER, Friedrich (1973): in Bradea, Vol. 1, Nr. 34, Rio de Janeiro, 01.12.1973: 353-354
Synonyme:
Parodia warasii (F. Ritter) F.H. Brandt
Beschreibung:
Körper bis 80 cm hoch, 13 bis 15 cm dick, am Standort auch in über 20 cm Dicke gesehen, etwas sprossend; Rippen 15 bis 16,
zirka 2 cm hoch und 3 cm breit; gerade, im Querschnitt fast dreieckig, wenig gekerbt; Scheitel dicht wollig, weiß, ganz verhüllt,
zum Licht gewandt; Areolen 1,5 bis 3 mm im Durchmesser, rund, weißfilzig, um 5 mm voneinander entfernt; Dornen 15 bis 20,
spitz, weich, meist gebogen, blassbraun, (strohgelb bis ockerbraun), Rand- und Mitteldornen fast gleich, 1 bis 4 cm lang, die 3 inneren
länger; Blüten zahlreich im Scheitel, geruchlos, geöffnet 5 bis 6 cm breit; Ovarium kurz und dick, mit weißem Wollfilz, winzigen Schüppchen und
1 bis 2 langen Borsten; Nektarrinne klein; Röhre trichterförmig, um 1 cm lang, bis 12 mm breit, bekleidet wie der Fruchtknoten,
Schuppen hier 5 mm lang; Staubfäden dicht stehend, 1 bis 1,5 cm lang, blass gelb; Griffel blass gelb, bis 25 mm lang mit zirka 12 Narbenstrahlen, zirka 5 mm lang;
Petalen glänzend goldgelb bis zitronengelb, 30 bis 35 mm lang, 5 bis 8 mm breit, lanzettförmig; Samen sackförmig, zirka 1 mm lang,
am Rand der Testa 0,9 mm breit;
Testa schwarz, glänzend, minimal linienförmig gehöckert, basales Hilum weiß, fast rund.
Heimat: In einigen Schluchten des Oberlaufes vom Rio Pardo, Rio Grande do Sul.
Bemerkungen: Notocactus warasii nimmt eine Zwischenstellung zwischen N. magnificus und N. leninghausii ein. Von diesen beiden Arten ist er räumlich 100 bzw. 200 km getrennt. Nach F. Ritter wurde die Art bereits vor Jahrzehnten von deutschen Siedlern gefunden und kultiviert. Allerdings konnten sich diese nicht mehr an den Fundort erinnern. Einige Mutmaßungen von Sammlern auf der Suche nach dieser Art erwiesen sich als irrig. Zwischenzeitlich wurden von anderer Seite schon Vermutungen geäußert, es handele sich um eine Hybride. Endlich wurde die Art im Oktober 1973 an ihrem natürlichen Standort von Rudi Büneker in Corvo, Rio Grande do Sul, entdeckt. Notocactus warasii ist benannt nach Eddie Waras aus Sao Paulo Stadt, der den Fundplatz nochmals mit dem Entdecker aufsuchte und die Art in Kultur einführte.
Holotypus: FR 1400, hinterlegt im Herbar F. Ritter, Isotypus Herbarium Bradeanum
Literatur:
RITTER, Friedrich (1980): Kakteen in Südamerika, Band 1, S. 156-157
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