| Notocactus magnificus (F. Ritter 1966) Krainz ex N.P. Taylor 1980 | Stand: 02/01/2004 |
Erstbeschreibung:
Eriocactus magnificus RITTER 1966
RITTER, Friedrich (1966): Eriocactus magnificus, Succulenta 45(4) S. 50
Synonyme:
Parodia magnifica (F. Ritter) F.H. Brandt
Beschreibung:
Körper kugelig, später auf das Doppelte oder Dreifache verlängert, einzeln oder an der Basis, selten oben
etwas sprossend, Köpfe im Blühalter 7 - 15 cm dick, bläulich grün, als Sämlinge dunkelgrün; Scheitel etwas vertieft,
im Alter auf 2,5 - 5 cm Durchmesser mit weißer Wolle ausgefüllt und schief dem Lichte zu.
Wurzeln faserig. Rippen 11 bis 15, gerade, 1,5 bis 3 cm hoch, im Querschnitt dreieckig,
Trennfurchen am Grunde sehr spitz zulaufend, Kanten ziemlich schmal,
an den Areolen etwas verdickt, in der Jugend etwas gehöckert, bei alten Köpfen höckerlos; im Sämlingsalter
10 bis 12 Rippen. Areolen weißfilzig, beim Sämling 1 - 1,5 cm Durchmesser und 1 bis 3 mm freie Entfernung,
zunächst auf den Höckern, später von den Höckern bis halb in die Kerben unter ihnen reichend;
Areolen im Blühalter 3 bis 5 mm lang und 2 bis 3 mm breit, genähert, im höheren Alter durch
Filzbrücken miteinander verbunden. Dornen: Sämlinge haben 15 bis 25 haarfeine weiße, etwas abstehende,
0,5 bis 0,8 mm lange Randdornen und ca. 8 bis 12 nadelförmige weiche braune, kaum längere Mitteldornen. Im
Blühalter ca. 12 bis 15 Dornnen, nadelförmig, weich, kaum stechend, halb aufwärts gerichtet, goldgelb,
8 bis fast 20 mm lang, gleichmäßig über die Areolen verteilt, alle etwa gleich stark und keine durch besondere
Länge ausgezeichnet; dazu finden sich, namentlich mit zunehmenden Alter randlich, besonders am unteren und oberen Ende,
sehr zahlreiche weiße feine, ca. 8 mm lange, fast gerade Haare, ebenfalls abwärts gerichtet; die Filzbrücken sind
ohne Dornen und Randhaare. Blüten dicht am Scheitel, nur tags geöffnet, geruchlos, 45 - 55 mm lang, ebenso weit geöffnet. Fruchtknoten 5 - 8 mm
lang, 8 mm dick, blass gelbgrün, dicht besetzt mit gleichfarbigen, fleischigen , anliegenden dreieckigen
Schuppen, deren unterer Teil mit der Wandung verwachsen ist, deren oberer Teil frei und 0,5 bis 1 mm lang ist und unvermittelt
in eine braune bis weiße weiche trockene, 2 - 10 mm lange Granne übergeht; in den Achseln reichlich weiße
Wolle, welche den Fruchtknoten dicht einhüllt; in einigen Achseln eine weiche feine braune, 8 - 15 mm lange Borste;
Trennwand gegen den Boden der Nektarkammer nur 1 mm dick; Samenstränge weiß, reich verästelt.
Nektarkammer tassenförmig bis trichterig, 1 - 3 mm lang, 2,5 bis 4 mm weit, gelb, mit wenig Nektar, ungerieft,
ohne Wandvorsprung, offen. Röhre darüber trichterig bis glockenförmig, 8 - 12 mm lang, innen blass,
außen wie Fruchtknoten, Watte sehr dicht, braun mit weißer Basis, Schuppen linealischer, sehr fleischig,
nach oben länger werdend bis auf 4 mm, in ebensolche braune Grannen auslaufend, in den Achseln 1 - 2 Borsten
wie die des Fruchtknotens, Übergänge in die Kronblätter mit mehrere mm langen weißen Spitzen.
Staubfäden hellgelb, 10 bis 13 mm lang, die des Saumes etwas kürzer, Beutel hellgelb, klein, Insertionen dicht bis zum Saum. Griffel
hellgelb, mit den Narbenenden die Beutel überragend, 1,5 mm dick, ca. 33 mm lang, wovon ca. 15 mm auf die ca. 10
gespreizten, gleichfarbigen Narbenstrahlen kommen. Kronblätter in weiter Trichterstellung, schwefelgelb,
die äußeren zuweilen mit roten Enden; Kronblätter 25 - 30 mm lang und nahe dem oberen Ende 12 - 17 mm breit,
nach unten verschmälert bis zur fast stieldünnen Basis, Enden stumpf gestutzt mit feinen Zacken,
äußerste Kronblätter mehr linealisch, schmal, kürzer, lang zugespitzt. Frucht kugelig, ca. 1 cm Durchmesser,
Kortikalschicht rosa, hast, nur ein Viertel mm dick, Axialschicht blassgelb, weich, 1 mm dick, Samenstränge vertrocknend,
Fruchtteller ca. 7 mm weit und 1 mm tief, Fruchtbedeckung wie Fruchtknoten, Schuppen nur ca. 2 mm entfernt;
die reife Frucht platzt über der Basis beinahe ringförmig auf, und die Schale reisst an der Bruchstelle
etwas lappig auf, die Lappen sich nach unten umkrempelnd. Samen sackförmig, ca. 1 mm lang, 0,6 mm breit, o,5 mm dick,
basal etwas verdünnt, Testa dunkel rotbraun, etwas glänzend, außer einer sehr feinen Längsriefung noch
sehr feine scharfe Höckerchen, Rand der Testa am Hilum gering nach außen gebogen, Hilum basal, sehr gering schief,
etwas vertieft, weiß, langoval, bestehend aus der rundlichen größeren Mikropylarregion und der
Abrissnarbe, welche eine schmalere ventrale Verlängerung bildet.
Heimat: Serra Geral, Rio Grande do Sul; Hänge des Rio Toropi, nördlich Sao Pedro, Brasilien
Bemerkungen: Die Art wurde von Friedrich Ritter und Leopold Horst gemeinsam 1964 entdeckt. Notocactus magnificus ist eine im Blühalter mit seiner blaugrünen Körperfarbe und mit den von weißen Filz- und Haarbändern gekrönten Rippen sowie den goldgelben Dornen eine sehr dekorative Art.
Holotypus: FR 1210, hinterlegt im Herbarium der Universität in Utrecht (NL)
Literatur:
GERLOFF, NEDUCHAL, STUCHLIK (1995): Gesamtdarstellung aller Notokakteen, S. 141
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