| Notocactus haselbergii (HAAGE ex RÜMPLER 1886) BERGER ex KRAINZ 1967 | Stand: 10/02/2000 |
Erstbeschreibung:
Schumann, Karl: Echinocactus haselbergii F.A.Haage jr. ex Rümpler - FÖRSTER, C.F.-RÜMPLER, T. (1886): Eichinocactus haselbergii HAAGE - Handbuch der Cacteenkunde, Leipzig: 563-564
Synonyme:
Brasilicactus haselbergii (HAAGE
ex RÜMPLER 1886) BACKEBERG 1942
Parodia haselbergii (HAAGE ex RÜMPLER 1886) F. H. BRANDT
Beschreibung: Körper kugelig, stark abgeplattet, Scheitel tief eingesenkt, hellgrün, bis 2o cm breit und 15 cm hoch; Höcker kegelförmig, in teilweise spiralig laufenden Rippen angeordnet; 30 bis 45 Rippen dicht , bis 5 mm tief; Areolen sitzen auf der Oberseite der Höcker, sehr dicht, mit viel weißer Wolle; Dornen insgesamt 20 bis 25, dünn, abstehend; um 1 cm lang; 3-5 Mitteldornen, etwas länger, blaß strohgelb; Randdornen 18 - 21 fein, weiß, ohne besondere Richtung; Blüten scheitelnah, zahlreich, um 2 cm lang, rubinrot bis orangerot, öffnen an mehreren Tagen hintereinander; Griffel gelblich, Narben gelb; Frucht klein, bedornt, ohne Wolle; Samen länglich, kaum 1 mm lang.
Heimat: Vom Tiefland bis zu den höchsten, oft mit Schnee bedeckten Regionen des östlichen Rio Grande do Sul. Die Pflanzen sind in ihrer Heimat hohe Niederschläge und vor allem eine hohe Luftfeuchtigkeit gewohnt. An ihren natürlichen Standorten in Rio Grande do Sul stehen die Brasilikakteen in Moosen oder Flechten.
Kultur: Im Winter müssen die Pflanzen in ihrer Heimat erhebliche Niederschläge in Form von Nebel und teilweise auch Froststunden ertragen, denn die Aparados da Serra sind bis 1800 Meter hoch. In der Kultur sollte man diese Pflanzen daher öfters einsprühen, sie aber vor Staunässe schützen. Die Blütezeit der Brasilikakteen ist bei uns in den Herbst, ja teilweise sogar in den ausklingenden Winter verlagert.
Die Pflanzen sind empfindlich gegen stauende Nässe und lieben häufiges Nebeln. Der stets zur Sonne ausgerichtete Scheitel der Brasilikakteen ist eine Folge einer durch das Sonnenlicht ausgelösten Wachstumshemmung.
Man sollte die Pflanzen also nicht drehen.
Die Frucht ist eine kleine Beere, die fast ein Jahr zum Reifen braucht, bevor sie dann längs einreißt.
Bemerkungen: Wegen des sehr feinen Wurzelsystems der Brasilikakteen und ihrer weichfleischigen Körper sind die Pflanzen anfällig für Spinnmilben ("Rote Spinne") und Schmier- und Wurzelläuse, die sich dazu noch gut im Dornengewirr verstecken können.
Unterarten:
Notocactus haselbergii forma stellatus n.n.
Literatur:
BERGER, Alvin (1929): Die Kakteen, Stuttgart: S. 208
RITTER, Friedrich (1980): Kakteen in Südamerika, Band 1, S.
143-144
GERLOFF, NEDUCHAL, STUCHLIK (1995): Gesamtdarstellung aller
Notokakteen, S. 148
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