| Notocactus graessneri (K.SCHUMANN 1903) BERGER ex KRAINZ 1960 | Stand: 10/02/2000 |
Erstbeschreibung:
Schumann, Karl: Echinocactus graessneri Schumann, Monatsschrift für Kakteenkunde, 13 : S. 129-130, 1903
Synonyme:
Brasilicactus graessneri (K. SCHUMANN 1903) BACKEBERG 1942
Parodia haselbergii ssp. graessneri (Schumann) Hofacker & Braun
Beschreibung: Körper dunkelgrün, flachkugelig, mit schrägem, tief
eingesenktem und von Dornen verdecktem Scheitel, im Blühalter zur
Hauptlichtseite gerichtet. Wächst meist solitär, in der
Natur auch Gruppen bildend. Rippen kaum erkennbar. Areolen sitzen erhöht auf
rundlichen Höckern, die in mehr als 50 bis 60 Reihen spiralenförmig angeordnet
sind. Dornen fein und zahlreich, den Körper dicht einhüllend. 4-6 goldgelbe
Mitteldornen, stechend aber flexibel, kreuzständig. Der untere Mitteldorn bis 2
cm lang, zahlreiche weiße bis gelbliche borstenartige Randdornen, 0,5 bis 2 cm
lang. Blüten grünlich-gelb, bis 2,5 cm lang und geöffnet 1,5 bis 2 cm breit;
Fruchtknoten borstig, um 0,6 cm lang. Receptaculum mit spitzen, grünen
Schuppen.Blütenblätter zugespitzt, die äußeren am längsten und etwas
abstehend, die inneren kürzer und mehr oder weniger senkrecht. Staubblätter
gelb, dicht am ca. 7-narbigen blassgelben Griffel anliegend. Frucht wie
Fruchtknoten rundlich, Frucht bei Reife trockenhäutig, dunkel werdend. Samen
länglich, mützenförmig, ca. 1 mm lang und halb so dick, mit deutlich
vorgewölbtem Micropylarhügel.
Heimat: Vom Tiefland bis zu den höchsten, oft mit Schnee bedeckten Regionen des östlichen Rio Grande do Sul. Die Pflanzen sind in ihrer Heimat hohe Niederschläge und vor allem eine hohe Luftfeuchtigkeit gewohnt. An ihren natürlichen Standorten in Rio Grande do Sul stehen die Brasilikakteen in Moosen oder Flechten.
Kultur: Im Winter müssen die Pflanzen in ihrer Heimat erhebliche Niederschläge in Form von Nebel und teilweise auch Froststunden ertragen, denn die Aparados da Serra sind bis 1800 Meter hoch. In der Kultur sollte man diese Pflanzen
daher öfters einsprühen, sie aber vor Staunässe schützen. Die Blütezeit der Brasilikakteen ist bei uns in den Herbst, ja teilweise sogar in den ausklingenden Winter verlagert.
Die Frucht ist eine kleine Beere, die fast ein Jahr zum Reifen braucht, bevor sie dann längs einreißt.
Bemerkungen: In der Kultur muß man bei freier Aufstellung darauf achten, daß diese Pflanzen dort keine Rote Spinne bekommen, denn sie sind dagegen wenig widerstandsfähig.
Benannt wurde die Pflanze nach Robert Graessner, einem Perleberger Kakteengärtner, der die Art 1903 nach Europa einführte.
Unterarten:
Notocactus graessneri forma albisetus (CULLMANN 1955) KRAINZ 1960
Notocactus graessneri forma microdasys P. BRAUN 1986
Literatur:
BERGER, Alvin (1929): Die Kakteen, Stuttgart: S. 208-209
ENGEL, Thomas (1986): Notocactus graessneri - KuaS Karteikarte Heft
8/1986, 23
KRAINZ, Hans: Die Kakteen, Lieferung C VIc, 15. VII. 1960
RITTER, Friedrich (1980): Kakteen in Südamerika, Band 1, S.
143-144
GERLOFF, NEDUCHAL, STUCHLIK (1995): Gesamtdarstellung aller
Notokakteen, S. 145 f.f.
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